| BRANCHE: Artenschutz |
| Montag, 20. April 2009 um 13:19 Uhr |
personal- dienstleistung.de | FTD | FÜR QUALIFIZIERTE MITARBEITER: ARTENSCHUTZ | news | Leiharbeiter haben derzeit schlechte Karten: Kommt es hart auf hart, werden sie als Erste gefeuert - auch in der Finanzbranche, so die Financial Times Deutschland in einem aktuellen Beitrag. Verschont bleibt nur, wer mit besonderen Fachkenntnissen punkten kann.Unter den Arbeitnehmern geht die Angst um. 60 Prozent der Führungskräfte rechnen mit finanziellen Einbußen. Jede dritte Firma will Stellen streichen, und jeder zweite Arbeitnehmer fürchtet, seinen Job zu verlieren.
Am stärksten sind die Leiharbeiter von der Krise betroffen. Denn sie sind die ersten, die auf die Straße gesetzt werden.Auch Banken haben in den vergangenen Jahren verstärkt auf Zeitarbeiter zurückgegriffen, um ihren Personalbedarf zu decken. "Wer heute die Schalterhalle einer Bank betritt, muss damit rechnen, dass der Kreditsachbearbeiter oder Fondsbuchhalter nicht auf der Gehaltsliste der Bank, sondern einer Zeitarbeitsfirma steht", sagt Michael Vorderstraße von der Personalvermittlung Amadeus Fire, deren meiste Mitarbeiter als Fach- und Führungskräfte im Finanzumfeld tätig sind. Viele Jahre lang freuten sich die Personalleasingfirmen über volle Auftragsbücher. Damit ist es nun aber erst einmal vorbei. "Bis zum Februar lagen wir noch gut im Plan", sagt Tina Voß, Inhaberin der gleichnamigen Zeitarbeitsfirma in Hannover. "Inzwischen müssen wir sogar höher qualifizierte Kräfte freisetzen." Dass die Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften sinkt, hat auch die Personalvermittlung Adecco festgestellt. Sie hat kürzlich die Stellenangebote in rund 40 Tageszeitungen analysiert und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis: Im Januar und Februar 2009 wurden 528 Bankfachleute gesucht. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 1191. Dabei entfielen auf das Segment Zeitarbeit lediglich 48 Offerten gegenüber 121 zu Beginn des letzten Jahres. Branchenexperten geben sich trotzdem optimistisch: "Obwohl die Nachfrage sinkt, kann man nicht von einem Einbruch sprechen", beschwichtigt Hartmut Lüerßen vom Marktforschungsinstitut Lünendonk in Kaufbeuren. Er beruft sich auf eine neue Lünendonk-Studie, die im Mai veröffentlicht wird. Demnach bleiben höher qualifizierte Mitarbeiter vom Schlimmsten verschont. Sie haben im Vergleich zu den geringer Qualifizierten sogar relativ gute Jobperspektiven. Tatsächlich spricht einiges dafür, dass die Nachfrage nach zeitarbeitenden Finanzexperten wieder ansteigt. Da nun das Konjunkturpaket II beschlossene Sache ist, sind Kreditsachbearbeiter wieder stärker gefragt. Spezialisten für das Forderungs- und Risikomanagement stehen angesichts der Krise ebenfalls hoch im Kurs. "Allein das anstehende Gesetz zur Modernisierung des Bilanzrechts wird eine erhöhte Nachfrage nach Bilanzbuchhaltern mit sich bringen", sagt Marlies Bergmann von Randstad. Gut ausgebildete Finanzexperten werden also nach Meinung der Experten auch künftig als Zeitarbeiter gut unterkommen. "Wer ein breit gefächertes Wissen mitbringt und sich stets weiterbildet, hat hervorragende Vermittlungschancen", sagt Zeitarbeitervermittlerin Voss. Dass sich Weiterbildung auszahlt, zeigen die Beispiele von Robert Fischer und Kerstin Schubert. Bankkaufmann Fischer hat sich in Abendkursen in die Standards der internationalen Rechnungslegung eingearbeitet, bevor er bei der Zeitarbeitsfirma IK Hofmann anfing. Ein Kölner Kreditinstitut hat ihn dann kurze Zeit später fest angestellt. Wer sich weiterbildet, ist klar im Vorteil Bankbetriebswirtin Schubert arbeitet derzeit für Randstad und ist für den Interkontenverkehr einer Frankfurter Fondsgesellschaft zuständig. Nun bereitet sie sich auf die Prüfung zur Finanzbuchhalterin vor. "Ich werde mich auch künftig weiterbilden", sagt sie. "Spezialisten fürs Controlling bleiben in Banken und der Industrie immer gefragt." Weil es die Vermittlungschancen erhöht, haben Zeitarbeitsfirmen ein großes Interesse daran, dass sich ihre Mitarbeiter weiterbilden. Oft handelt es sich um sogenannte Aufstiegsweiterbildungen - wenn etwa der Bankkaufmann zum internationalen Bilanzbuchhalter aufsteigen will. |