| KUNDEN: Kurzarbeit schadet |
| Dienstag, 02. Juni 2009 um 06:09 Uhr |
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Das Unternehmen von Thomas Dreusicke hat schon mal eine Krise überlebt: die Weltwirtschaftskrise von 1929. Damals ist India-Dreusicke gegründet worden. "Im Vergleich zu damals ist es heute wohl ruhiger", sagt Dreusicke. Der Berliner Unternehmer will alles tun, um keinen seiner rund 90 Mitarbeiter zu entlassen. Dabei sieht es gerade in seiner Kunststoffsparte, die von der Automobilindustrie abhängig ist, schlecht aus. Die Umsätze sind um 30 Prozent geschrumpft, die 30 Beschäftigten in der Sparte arbeiten kurz. Dreusicke will sie mindestens bis Oktober 2009 halten, damit er, falls bis dahin der Aufschwung kommt, durchstarten kann. Sein "Bauchgefühl" treibe ihn dazu, sagt er. Und neue Kundenanfragen, von denen erfahrungsgemäß einige binnen Jahresfrist zu konkreten Aufträgen werden. Noch bis weit in das Frühjahr hinein war stets davon die Rede, dass am Arbeitmarkt nur die Ruhe vor dem Sturm herrscht. Im Sommer, so lautete die Mehrheitsmeinung unter den Fachleuten, werde die Krise mit voller Wucht auch die Erwerbstätigen treffen. 4,5 oder gar fünf Millionen Arbeitslose seien nicht nur möglich, sondern wahrscheinlich. Mittlerweile aber rücken viele Experten in Verbänden und Forschungsinstituten vorsichtig ab von derartigen Horrorszenarien: Sie können nicht erkennen, dass ein massiver Stellenabbau quer durch alle Branchen unmittelbar bevorsteht. Und glauben, dass der Anstieg der Arbeitslosigkeit womöglich gar nicht so stark sein wird wie erwartet. "Das Schlimmste auf dem Arbeitsmarkt steht noch bevor, aber das Schlimmste könnte weniger schlimm ausfallen als noch Anfang des Jahres befürchtet", sagt Wolfgang Franz, Vorsitzender des Sachverständigenrats der Bundesregierung. .... zum Artikel |